Rumänien und die MIT?
Thomas Emmerling, Geschäftsführender Gesellschafter der interSME,
Gesellschaft für Außenwirtschaftsberatung mbH, Nürnberg, stellte beim
3. MIT-Stammtisch im Anne-Sophie Haus in Künzelsau Rumänien als
interessanten Standort für Mittelständler vor. Die wiederum sehr gut
besuchte Veranstaltung, Herr Emmerling war als Überraschungsgast
aufgetreten, nachdem Frau Würth kurzfristig absagen musste, fesselte
seine Zuhörer mit seinem profunden Vortrag. Rumänien sei nicht nur als
Beschaffungs – sondern auch als Absatzmarkt interessant. Rumänien
gehört mit seinen ca. 22 Mio. Einwohnern zu den neuen
EU-Beitrittsländern, die 2007 dazukommen. Im Jahre 2005 hatte Rumänien
ein Wirtschaftswachstum von sage und schreibe 8,3 %. Wer das alte
Rumänien erleben möchte, möge schnell dorthin reisen, denn die Bilder
des von einem Ochsen gezogenen Karrens werde es bald nicht mehr geben.
Die Vorstellung, die viele Deutsche von Rumänien hätten, nämlich einem
Land mit alten Autos, vielen Bettlern usw. sei verzerrt und
unzutreffend. In aller Munde sei das in Rumänien gefertigte günstig
Auto Dacia Logan, welches als Neuwagen kaum 8.000 € kostet und bald
auch hier auf der Straße zu sehen sei. Die Entwicklung Rumäniens als
interessanter Standort ließe sich auch trefflich an enorm rasch
steigenden Grundstückspreisen ausmachen. Gerade für deutsche
Unternehmen sei Rumänien eine Alternative. Dafür gebe es viele Gründe,
unter anderem die große Deutschfreundlichkeit, die einen manchmal schon
nahezu übertrieben vorkäme. Deutsche Waren seien in Rumänien sehr
begehrt, die Kaufkraft käme von rumänischen Gastarbeitern, die
vornehmlich in Italien und Spanien arbeiten würden, um mit diesem Geld
dann „Made in Germany“ einzukaufen. Auch aus steuerlicher Sicht sei
Rumänien vorbildlich. Das Rechtssystem funktioniere und wer den
richtigen Partner fände, könne sich auch einer großen Loyalität sicher
sein. Rumänen würden 21 Tage Urlaub haben und man könne günstig eine
GmbH gründen, deren Sitz allerdings in Rumänien sein müsse, wobei ein
angemietetes Appartement mit einer entsprechenden Adresse genüge.
Rumänien hat ein einheitliches Steuersystem und es gäbe auch viele
Förderungsmöglichkeiten. Der rumänische Staat helfe, weil er an
Investitionen interessiert sei. Besonders wichtig sei die soziale
Bindung, weil Rumänen in einer Familienstruktur denken. Man brauche
eine entsprechende Anlaufzeit, könne aber bei geschicktem Vorgehen sehr
gute und einträgliche Geschäftsbeziehungen herstellen. Man dürfe sich
zwar nicht einlullen lassen und müsse auch ab und zu mal mehr an
Alkohol zu sich nehmen, als einem in der Sekunde vielleicht lieb sei,
habe aber auf der anderen Seite eine umwerfende Gastfreundschaft zu
attestieren. Es sei also, so Thomas Emmerling in seinem Vortrag,
vollkommen falsch, seinen Blick auf den Weg von hier nach Asien nicht
auch einmal intensiv auf Rumänien ruhen zu lassen. Es sei gar nicht so
weit von Deutschland entfernt, demnächst EU-Partner und in vielerlei
Beziehung schlichtweg reizvoll, gerade auch für wirtschaftliche
Beziehungen. MIT-Vorstandsmitglied Arnulf Freiherr von Eyb dankte Herrn
Emmerling für seinen einfühlsamen und kenntnisreichen Vortrag und wies
darauf hin, dass Herr Emmerling den am 25. November 2005 im Hause der
Buchbinderei Sigloch stattfindenden Türkei-Tag moderieren werde. Herr
Emmerling erhielt ein Gastgeschenk aus dem Sigloch`schen Weinfundus und
von den anwesenden Mitgliedern bzw. Gästen einen herzlichen Applaus.
Arnulf Freiherr von Eyb