Es grünte bei den Schwarzen – Rezzo Schlauch bei der MIT

Der Chef der Mittelstandsvereinigung der CDU des Hohenlohekreises, Honorarkonsul Professor Helmut Sigloch, hatte mit der Einladung des Grünen-Politikers und Staatssekretärs im Bundeswirtschafts-ministerium, Rezzo Schlauch, einen prominenten Hohenloher eingeladen, der zunächst nicht schlecht staunte, dass mehr als 140 Personen der Einladung zum politischen Frühschoppen am Sonntagmorgen gefolgt waren.
Die Mittelständler wurden auch nicht enttäuscht, Rezzo Schlauch spannte einen weiten Bogen und zeigte sich in der anschließenden Diskussion als streitbarer Geist, der auch gut austeilen kann.
Aber immer der Reihe nach. Das offizielle Thema hieß „Die Herausforderung des Mittelstandes durch die EU-Erweiterung“. Helmut Sigloch erwähnte in seinen Eingangsworten, dass der Gast jüngst Preisträger des Mittelstandspreises der Union mittelständischer Unternehmen e. V. UMU geworden sei. Die Laudatio hielt kein geringerer als Bundeskanzler Gerhard Schröder, der die besonderen Verdienste des parlamentarischen Staatssekretärs um den Mittelstand herausgestellt habe. Für Schlauch ist klar, dass die Erweiterung der EU für die mittelständischen Unternehmen eine Chance darstellen würde, weshalb er sich mit damit zusammenhängenden Risiken erst gar nicht beschäftige. Deutschland sei das Land innerhalb der EU, welches die meisten Nachbarstaaten habe, nämlich insgesamt neun Staaten würden an die deutsche Grenze anstoßen, somit sei Deutschland quasi die Drehscheibe Europas. Diese Sonderstellung gelte es auch geschickt zu nutzen. Für den Mittelstand gäbe es in der Zwischenzeit auch auf dem Mittestand zugeschnittene Fördermöglichkeiten. Voraussetzung sei aber, die Angst vor der Erweiterung zu verlieren. Er wolle dies an einem Beispiel verdeutlichen. Das Europa mit den heutigen Mitgliedsländern habe eine Fläche, die ca. der halben Fläche der Vereinigten Staaten entspreche, jedoch würden hier 170 Mio. Menschen mehr leben. Vor allen Dingen die Länder in Osteuropa hätten, da sie in den letzen Jahrzehnten von einer wirtschaftlichen Entwicklung zwangsweise abgeschnitten gewesen wären, einen enormen Nachholbedarf. Gerade im Bereich der Infrastruktur, Energiewirtschaft und des Umweltschutzes sein die Chancen außergewöhnlich hoch, man müsse sie aber natürlich rechtzeitig ergreifen. So wie Deutschland in der Vergangenheit von einem starken Westeuropa profitiert habe, würde Deutschland heute von diesem Nachholbedarf im Osten Europas profitieren können. Diese zukünftige Herausforderung mache es notwendig, sich verstärkt mit dem Wissensmanagement auseinander zu setzen. Es sei regelrecht töricht, wenn viele gut ausgebildete Mitarbeiter ihr erworbenes Wissen nicht der Volkswirtschaft zur Verfügung stellen könnten, wie das häufig bei hochqualifizierten Frauen der Fall sei, die Gefahr laufen würden, durch die entsprechende Familienplanung den Anschluss zu verlieren. Hier seien sämtliche gesellschaftlichen Kräfte aufgerufen, sich für eine qualifizierte Rückkehr dieser Frauen in den Beruf stark zu machen und dafür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Kritisch setze sich Rezzo Schlauch mit der gängigen Bewertung der Kreditwürdigkeit von Firmen auseinander, in dem er bemängelte, dass Faktoren wie Grundbesitz, Maschinen etc. nach wie vor den Ausschlag geben würden, nicht jedoch solche Positionen wie Ausbildung, Patente und Innovationskraft. Den ein oder anderen Seitenhieb auf besonders „schlaue Unternehmer“ konnte er sich aber nicht verkneifen. Da meinte er diejenigen, die „der schnellen Chance wegen“ Deutschland den Rücken gekehrt hätten, sich aber beklagen würden, dass die einstmals günstigen Verhältnisse vor Ort nicht so geblieben wären. Örtliche Steuern, unsichere politischen Verhältnisse, unverständliche Bürokratie etc. würden zwischenzeitlich manch einem Unternehmer im Ausland schwer zu schaffen machen.
Die anschließende Diskussion war heftig. Es wurden viele Fragen gestellt. Beim Thema EU-Erweiterung für die Türkei kam es zu heftigen Reaktionen beim Staatssekretär. Christian Freiherr von Stetten, MdB, nutzte die Chance auf den nicht so recht nachvollziehbaren Bundesverkehrswegeplan und dessen Folgen hinzuweisen, der in der Zukunft zu zusätzlichen Staus auf der A6 führen werden. Für ihn, Stetten, sei nicht nachvollziehbar, warum die A6 zwischen Kupferzell und der bayrischen Landesgrenze zweispurig bleiben solle, während sie vorher und in Bayern wieder sechsspurig sein soll. Helmut Sigloch dankte Rezzo Schlauch für sein Kommen und dieser war sichtlich zufrieden, von einem solchem Kreis mit erheblichem Applaus verabschiedet zu werden. Helmut Sigloch betonte, dass die Funktion solcher Veranstaltungen auch darin bestünde, die Kommunikation zwischen den Mittelständlern untereinander und den Gästen zu fördern. Es wurden viele bekannte Gesichter gesehen, unter anderem Otto Beilharz, der Chef des Wirtschaftsrates der CDU und Altlandrat Dr. Franz Susset, die ebenfalls beide von Helmut Sigloch besonders begrüßt worden.
Arnulf Freiherr von Eyb