Mitten ins Herz -

Ralf Reichert bei der MIT

 

 

"Wer sie liest, der weiß es, auf eine Tageszeitung mit regionalem Teil kan man nicht verzichten. Die MIT unter Vorsitz von Honorarkonsul Prof. Dr. h. c. Helmut Sigloch hatte deshalb den Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung, Ralf Reichert, zum Frühschoppen ins Hotel Nicklass nach Ingelfingen eingeladen, weil die MITler wissen wollen, wie das Zeitungsgeschäft, vor allen Dingen unter dem Blickwinkel lokaler Berichterstattung, funktioniert. Die Zeitung hat mächtige Mitbewerber wenn es um die Informationsbeschaffung geht, wobei das Internet die neueste Herausforderung darstellt. Hinzu kommen Fernsehen und Radio, Wochenzeitungen, Magazine und vieles mehr. Während das Radio so nebenher läuft, ist das Fernsehen eher abends dran, quasi nach getaner Arbeit und entsprechend müde ist der Zuschauer. Ganz anders die Zeitung, diese erwartet man früh morgens vor dem Tagwerk und dann entsprechend aufbereitet. Niemand soll die Zeitung von Anfang bis Ende lesen, jeder sucht nach individuellen Vorlieben den Teil aus, in dem er beginnen oder enden möchte. Eine gute Redaktion hat entsprechend vorgefiltert und der Zeitungsleser wird nicht im Unklaren darüber gelassen, ob es sich um einen Kommentar, einen Bericht, eine bloße Mitteilung oder um eine Reportage handelt. Die Zeitung bringt quasi Ordnung ins tägliche Medienchaos. Nur diese schafft es, einen lokalen Bezug herzustellen und dabei verlässlich und glaubwürdig zu bleiben. Vorwiegend wird bei unserer Hohenloher Zeitung der Lokalteil tatsächlich selbst gemacht. Langfristig muss man professionell arbeiten, da ansonsten die Bindung zum Leser verloren ginge. Die lokale Nähe ist die Stärke der Tageszeitung, die hierbei die Aufgabe hat, alle gesellschaftlichen Gruppen und Strömungen zu Wort kommen zu lassen. Deshalb müsse man sich auch nicht in jedem Artikel und jeder Seite wieder finden. Das Internet mit quasi Echtzeitberichterstattung werde verstärkt genutzt, könne aber die Stärken der Zeitung, auch nach entsprechendem Hintergrundwissen nicht ersetzen, weshalb es nur ergänzend mit Gewinn herangezogen werden könne. Großen Wert legte Ralf Reichert als Redaktionsleiter darauf, dass die Hohenloher Zeitung ein buntes Meinungsbild zeichnet, welches im Übrigen auch intern gegeben sei. Man sei sich nicht immer einig, genau dies wäre für die Vielfalt aber auch unbedingt förderlich. Zufrieden sei man jedenfalls mit dem Umstand, dass 90 % mit ihrer Hohenloher Zeitung zufrieden seien. Zeitungen sollen durchaus die Finger in die Wunde legen, aufklären und berichten, auch wenn es unangenehm würde. Das erwarten die Leser, die Redaktion sei offen für Kritik und Anregungen und ruft dazu auf, dass die Leser sich zu Wort melden, z. B. über Leserbriefe. Im Anschluss wurde mächtig diskutiert. Da die Fragen nicht abreißen wollten, bot Herr Reichert den MITlern eine Einführung zu dem Thema "Umgang mit Medien aus der Sicht eines Mittelständlers" an. Die Annahme erfolgte sofort.

 

 

Arnulf Freiherr von Eyb"

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